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Li Jiang / Shangri La (Provinz Yunnan)

Urlaub im August 2006

Im August 2006 sind wir mit ein paar Freunden fuer eine Woche in die Provinz Yunnan geflogen.

Es ist eine wirklich traumhafte Landschaft. Ich bin wirklich keine Freund von Flugzeugen, aber um diese Landschft auch nur fuer einen oder zwei Tage sehen zu koennen, wuerde ich mich freiwillig in einen Flieger setzen.

Diese Provinz hat eigentlich all das, was "man" sich unter dem Wort "China" vorstellt. Alles von der alten Kultur, alten Sitten und Gebraeuchen, typischen Doerfern, deren Bewohnern in der entsprechenden Landestracht ueber wechselnde Landschaften, Waelder, Gebirge bis hin zu modernen Grosstaedten wie Kun Ming, der Provinzhauptstadt.

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Die Stadt Li Jiang, eine der groesseren in Yunnan, ist bekannt geworden, als es dort in den 90-er Jahren einmal ein recht verheerendes Erdbeben gab. Danach hat man diese gut 800 Jahre alte Stadt wieder aufgebaut und sich auf den Tourismus besonnen. Es gibt sehr viele kleine Hotels oder Pensionen im alten Stadtkern, in denen die Uebernachtung wirklich extrem preiswert ist.

Unsere Pension hat pro Zimmer 150 Yuan gekostet, also ca. 15 Euro. Und das mit einem sagenhaften Blick ueber Li Jiang von der Dachterasse aus. Ein Sonnenaufgang ist das fruehe Aufstehen wirklich wert. .

Im Vergleich mit anderen Staedten in China gibt es hier doch relativ viele Leute die Englisch sprechen oder aber wenigstens die wichtigsten Saetze fuer die einfachste Kommunikation gelernt haben. Man hat sich hier vollkommen auf Touristen eingestellt. Es gibt sogar ein kleines franzoesisches Restaurant "Le Petit Paris" das von einem Franzosen gefuehrt wird. . Er kam hierher, ihm gefiel es und er hat sich hier niedergelassen. Eine wirklich gute Idee. Was die auslaendische Kueche anbelangt wird man hier ueberall fuendig. Es gab sogar ein nettes kleines italienisches Cafe mit original italienischem Cappuccino.

Bis auf die Tatsache, dass auch hier, wie ueberall in China, noch teils mit uralten, qualmenden Vehikeln gefahren wird, ist man sich hier des Umweltschutzes aber bereits bewusster als in vielen anderen Staedten. Bekommt man bei uns im Sueden in Shenzhen in jedem Geschaeft selbst fuer 2 Packungen Zigaretten eine Plastiktuete, so sucht man diese hier vergebens. Es werden Stofftueten angeboten. Diese sind aus einem stoff-aehnlichen Material, stabiler, zwar etwas teurer, aber mehrfach verwendbar und am Ende umweltvertraeglich zu entsorgen. Die Einheimischen sieht man allerdings sehr oft mit Bastkoerben auf dem Ruecken beim Einkauf. Die sind natuerlich wirklich stabil und halten sehr lange.

Dies ist natuerlich eine gestellte Aufnahme. Diese hier nicht. .

Wie man sieht, geht es also auch ohne Plastiktueten, sehr bequem und man hat noch beide Haende frei.

In der Innenstadt ist jeden Abend etwas los. Restaurants, Cafe's und Bars ueberall. Und ueberall Auslaender aus aller Herren Laender. Das muss man einfach erlebt haben. In den, zumeist an einem der vielen kleinen Kanaele gelegenen, Restaurants und Cafes ist richtig Stimmung. Man singt laut und versucht dabei im Wettstreit mit Gruppen in dem gegenueberliegenden Cafe noch mehr, noch lustigere Lieder oder Strophen zu singen.

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Es ist erstaunlich, und davon kann man ueberall in Europa noch lernen, mit welcher Freundlichkeit man in China als Auslaender empfangen und behandelt wird, und das nicht wegen des Tourismus oder wegen des Geldes, das die Auslaender mitbringen. Klar, man will Geld verdienen, wie ueberall auf der Welt, aber hier sind die Leute noch wirklich herzlich und nicht so aufgesetz freundlich wie in manch anderen Laendern.

Ausgesprochen beeindruckend fand ich allerdings den 2-taegigen Ausflug nach Shangri-La im Norden von Li Jiang. Ein Teil unserer Gruppe blieb in Li Jiang und wir fuhren dann mit einem gemieteten Kleinbus (VW-Bus aehnlich) ca. 6 Std. Richtung Norden nach Shangri-La. Die Strecke ist z.Zt. die einzige Verbindung von Li Jiang bis rauf nach Lhasa in Tibet. Also genau genommen die einzige Hauptstrasse. Diese ist aber teils in einem Zustand wie eine uralte, holprige, deutsche Landstrasse. Das ist auch ganz normal, da sich hier von lokalen Radfahrern ueber Touristen-Autos bis hin zum Schwerlast-Fernverkehr nach Tibet alles abspielt.

Am Rande der Strecke allerdings auch eine wunderbare Aussicht.

Da dies hier der Oberlauf des spaetere Yang-Tse-Flusses ist, der aus Tibet kommt, ist der Fluss hier teilweise, landschafts bedingt, mal reissend mal nur plaetschernd. Die engste Stelle des Flusses ist gerade mal ca. 15m breit. Dies ist die sogenannte"Tiger-Schlucht".

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Natuerlich ist dies eine Attraktion, die sich niemand entgehen lassen will, auch die nicht, die zu schwach oder zu bequem sind hinunter zu steigen. Man laesst sich halt einfach tragen. Umgerechnet ca. 5 Euro, man setzt sich in eine Saenfte und wird den steilen, gewunden, stufigen Pfad runter getragen. Aber auch selbst runter zu gehen lohnt sich. Es ist ein imposanter Anblick und ein ziemliches Getoese, zu sehen, wie sich die Wassermassen des Flusses durch dieses Nadeloehr druecken.

Im weiteren Verlauf des Flusses in Richtung Quelle sieht man haeufiger Kraftwerke. .

Hier wird teils die Fliessgeschwindigkeit des Wassers zur Stromerzeugung genutzt. Der Strom wird dann fuer wenig Geld an Betriebe und in manchen Gemeinden soagar kostenlos an Privathaushalte verteilt.

Auf dem weiteren Weg nach Shangri-La faehrt man durch eine wundervolle Landschaft. Berge, Taeler, Hochplateaus, Waelder und Wiesen. Ueberall sieht man kleinere Doerfer in der Landschaft vertreut. An der hier teils sehr gut ausgebauten Strasse gibt es genuegend Gelegenheiten zu einem kurzen Fotostop. Deshalb ist es auch ratsam, dass man auf dem Weg Richtung Norden, Shangri-La oder Tibet nicht in Eile ist. Es ist einfach eine Vergeudung von Zeit und Treibstoff durch diese Gegend zu rasen ohne sich Zeit zu nehmen fuer einige beschauliche Augenblicke am Rande dieser recht belebten Verbindungsstrasse nach Tibet und ohne sich dabei die Landschaft, die Leute und den Verkehr anzusehen. Hier ist die Landschaft zum Glueck noch nicht so ruiniert wie im Sueden China's, z.B. Guangdong, wo Huegel abgetragen werden, um eine Schneise zu schlagen fuer eine weitere Verbindungsstrasse. Auch Industrie findet man hier so gut wie gar nicht. Wer Entspannung und Ruhe in herrlicher Landschaft sucht, dort wandern und sich erholen will, kommt hier voll aus seine Kosten.

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Es gibt genuegend Gelegenheiten zum Uebernachten, zumeist natuerlich in den etwas groesseren Doerfern oder Staedten. Dort gibt es Hotels und Pensionen zur Genuege. Ausserhalb der Staedte kann man auch campen wie man uns sagte, was man aber besser zusammen mit einem ortskundigen Fuehrer und nicht nur mit einem oder zwei Zelten tun sollte. Aus Sicherheitsgruenden versteht sich.

Der Ortseingang von Shangri-La empfaengt den Besucher mit einem riesigen Monument. .

Es mischen sich hier moderne und traditionelle Bauten auf perfekte Weise. Nichts wirkt irgendwie stoerend.

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Shangri-La liegt auf ca. 2.500 mNN was evtl. auch mit ein Grund ist, dass man hier eigentlich niemanden laufen sieht. Alles geht seinen geruhsamen Gang. Die Luft ist hier schon etwas duenn, aber doch frisch. Der Himmel ist klar und wenn die Sonne scheint, hat man sich ohne entsprechende Vorsicht sehr schnell einen Sonnenbrand geholt. Erfahrungswerte. Die Menschen hier sind ausgesprochen freundlich. Hier leben schon seit langer Zeit verschiedene Nationalitaeten und Minoritaeten friedlich zusammen. Dies ist auch ein Grund, wofuer Shangri-La bekannt geworden ist. Hier in Shangri-La gibt es uebrigens einen Schulbusservice fuer die Kinder der Umgebung. Das bemerkenswerte daran ist die Tatsache, dass dieser gesamte Fahrdienst, inclusive Anschaffung und Unterhalt der Busse und die Bezahlung der Fahrer von einem Unternehmer aus Hong Kong gespendet und gesponsort wird. Er hat sich dort in Shangri-La ein Haus gebaut und um den Kindern der Gegend wenigstens den Schulweg zu erleichtern hat er diesen Busdienst gestiftet, wofuer man ihm dort natuerlich sehr dankbar ist. Dadurch haben viel mehr Kinder, auch aus entfernteren Doerfern die Chance eine Schule zu besuchen.

Neben dem Kloster in Shangri-La, dem zweitgroessten in China, hatten wir unsere Pension fuer eine Nacht. Wir hatten fuer unsere Gruppe, 5 Erwachsene und 4 Kinder, 4 Zimmer auf dem Bauernhof einer tibetanischen Familie gebucht fuer sage und schreibe 10 Yuan, ca. 1 Euro pro Zimmer pro Nacht. Der Bauernhof gehoert einer Nichte des Abtes des nahen Klosters. Dort wurden wir auf's freundlichste empfangen. Die aelteste Tochter des Hauses sprach sogar ein wenig Englisch. Man hat uns, da wir am spaeten Nachmittag dort eintrafen sofort Abendessen bereitet. Ich muss sagen, dass ich mich noch nirgendwo anders so schnell fast zu Hause gefuehlt habe. Die Gastfreundschaft der Menschen hier ist wirklich erwaehnenswert und ausgesprochen herzlich. Wenn wir im Jahr 2008 auf unserer Tour nach Tibet wieder durch Shangri-La kommen, werden wir diese Familie mit Sicherheit wieder besuchen.

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Obwohl wir nur einen Tag dort waren fiel mir der Abschied von der Landschaft und den Menschen dort schon ein wenig schwer. Gern waere ich noch laenger geblieben. Aber da es sich ja nun einmal nur um Urlaub handelte und jeder Urlaub irgendwann zu Ende ist fuhren wir am naechsten Tag wieder zurueck in Richtung Li Jiang. Natuerlich nicht ohne vorher noch einen kleinen Bummel durch die Stadt gemacht zu haben.

Sollte man wirklich einmal die Gelegenheit bekommen durch diese Gegend zu fahren ist ein kurzer Aufenthalt in Shangri-La, und seien es nur 2-3 Tage, wirklich empfehlenswert.

Das gesamte Fotoalbum gibt es hier.

 

Einen angenehmen Urlaub, wo immer es auch sein mag, wuenscht

China-Alex